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Dialekt versus Mundart

15 Okt 2014, Posted by Klaudia Rozanc in Allgemein
Ist Dialekt und Mundart eigentlich das Gleiche? Wenn ein Sprecher Ruhrpott kann, heißt das er spricht auch Kölsch? Diese Fragen haben uns heute beschäftigt, als wir ein Sprecher-Casting für einen Kunden aus der Tourismusbranche zusammengestellt haben.

 

Dialekt ist eine lokale oder regionale Sprachvarietät – er unterscheidet sich von anderen Dialekten und von der Standardsprache in allen Sprachbereichen wie Lautebene (Phonologie) Wortbeugung (Morphologie), Wortschatz (Lexik), Satzbau (Synttax) und Idiomatik. Das gleiche gilt für die Mundart, die Begriffe werden also meist synonym verwendet. Der Sprachwissenschaftler findet aber feine Unterschiede:

Die spezifischen Eigenheiten eines Dialektes können schriftlich aufgezeichnet werden. Das bairische: „I håb no nia koan Rausch ned k’håbt!“ können Unkundige, vom Bayern auch „Zuagroaste“ genannt, korrekt ablesen und verstehen. Im Gegensatz hierzu ist Mundart die Art Wörter auszusprechen, unabhängig von ihrer Schreibweise. Die Mundart eines Sprechers kann sich also auch beim Vorlesen eines in akkurater Hochsprache verfassten Textes zeigen. Die niederdeutschen Mundart (Platt-Deutsch) hört man beispielsweise beim s heraus, das immer als scharfes s gesprochen wird, auch in der Kombination sp oder st. Im Schriftbild ließe sich dies nur unter Missachtung der Rechtschreiberegeln darstellen: Die Ausßsprache ist für süddeutsche Dialektßprecher schwer verßtändlich. Sie verstehen?

So, das ist also klar! Aber wie der Kölner zum Ruhrpott steht ist wohl nicht so einfach zu klären, wir haben Sprecher aus Köln und dem Ruhrpott angeboten – sicher ist sicher.